Individualpsychologie

Die Individualpsychologie (IP) wurde 1911 von Alfred Adler, einem österreichischen Arzt gegründet. Wie auch die Theorie von S. Freud und C.G Jung gehört die Individualpsychologie zur klassischen Tiefenpsychologie. Adler wollte eine praktische und verständliche Psychologie. Denn Namen leitete er von dem lateinischen Wort individere (unteilbar) ab, da er davon ausging das der Mensch als Ganzes gesehen werden sollte. Er beschreibt, dass der Mensch mit seinem Verhalten immer ein Ziel verfolgt. Geleitet vom Lebensstil geschieht dies oft unbewusst.

Der Lebensstil wird in der Kindheit ca. bis zum 6. Altersjahr gebildet. Durch Erfahrung die wir machen und Schlussfolgerungen, die wir daraus ziehen entstehen Meinungen und Ideen über uns selbst, andere und die Welt. Der Lebensstil ist prägend für unser Denken, Fühlen und Handeln und begleitet uns auch im Erwachsenenleben. Der Lebensstil bestimmt unser Verhalten, viele Muster sind persönlich sowie in der Gesellschaft gut umsetzbar. Andere können uns Schwierigkeiten bereiten uns blockieren und überfordern. Jedoch können wir unsere eigene Logik nicht einfach ablegen. Wir brauchen sie um die Welt zu verstehen und um unseren Platz zu sichern. Ohne Lebensstil wären wir orientierungslos.

Mit der Lebensstilanalyse bietet die Individualpsychologie Techniken an zum Aufzeigen der Schlussfolgerungen die wir uns in der frühen Kindheit gebildet haben und wie diese unbewusst im Leben mitwirken. Je mehr Muster bekannt sind, desto mehr lernt der Mensch sich selbst zu verstehen. Versteht er die Muster die ihm Schwierigkeiten bereiten, kann er sie nicht mehr so unbeschwert abspielen lassen und kann gegebenenfalls eine Veränderung vornehmen.

Der Mensch ist ein einzigartiges, ganzheitliches und schöpferisches, in untrennbarer Beziehung zu anderen stehendes, zielgerichtetes und Entscheidung treffendes, selbstverantwortliches Einzelwesen.

A. Adler